empfohlen von Pia Kinner

Noah Trevor: Farbenblind

Von einem ausgestellten Buch lächelt mich verschmitzt ein junger Mann an. Es ist Trevor Noah, der in diesem Buch die Geschichte seiner Kindheit und Jugend in Südafrika erzählt. Er hat das grosse Pech, dass er während dem Apartheid-Regime als Sohn eines Schweizers und einer farbigen Südafrikanerin geboren wird. Eine derartige Verbindung war zu damaliger Zeit gesetzlich verboten: „Während die meisten Kinder ein Beweis für die Liebe ihrer Eltern sind, war ich der Beweis ihrer Kriminalität.“

Somit startete der Junge mit dem Handicap einer verbotenen Hautfarbe und keiner eindeutigen ethnischen Zugehörigkeit ins Leben. In dramatischen Worten schildert Trevor Noah seine Erlebnisse und beschreibt mit Klarheit und Humor die nachhaltige Wirkung der Rassentrennung. Er zeigt die Möglichkeiten auf, die Angehörigen der mittellosen Unterschicht offen stehen. Dank seiner Intelligenz, seiner beharrlichen Mutter und wohl der einen oder anderen Prise Glück gelingen ihm der Aufstieg aus seiner Herkunftsschicht und der soziale Aufstieg. Mittlerweile ist er auch in der Schweiz als geistreicher Politkommentator und Comedian berühmt.

Hedingen 2017: Unsere Werkhofmitarbeiter

Der Gemeindeverein Hedingen gibt im 2-Jahres-Rhythmus ein kleines Büchlein heraus. 2017 war es den Mitarbeitern des Werkhofs gewidmet. Das Buch porträtiert die vier Männer (in Hedingen gehört keine Frau zum Team) ausführlich. So erfährt man, dass sie sehr verschiedene berufliche Hintergründe haben und wann sie zum Team gestossen sind. Zudem werden die Maschinen, die zu pflegenden Liegenschaften und Anlagen sowie die externen Firmen vorgestellt. Obwohl ich als passionierte Fussgängerin die Werkhofmitarbeitenden ab und zu im Dorf sehe, überrascht mich die Bandbreite ihrer Aufgaben. Gerne spaziere ich den Hofibach entlang. Was sich unter dem unscheinbaren Schachtdeckel verbirgt, ist auch aus dem Buch zu erfahren. Ein liebevoll geschriebenes, interessantes Buch über Gemeindearbeitende und unsere Umwelt.

Maxence Fermine: Die schwarze Violine

Ein schmales Buch erzählt in eindringlichen, kurzen Kapiteln die Geschichte eines Geigers aus dem 18. Jahrhundert. Als begabtes Wunderkind wurde Johannes Karelsky zuerst an Europas Höfen gefeiert. Nachdem er als Erwachsener in Vergessenheit geriet, liess er sich in Paris nieder. Er wollte sich ganz seiner Leidenschaft, eine Oper zu komponieren, widmen. Der Krieg spülte ihn aber nach Venedig, wo er bei einem alten Geigenbauer wohnte. An der Wand hing eine schwarze Geige und eines Abends erzählte der Geigenbauer die dazugehörige Geschichte.

In schlichten Worten erzählt Maxime Fermine diese spannende, lebendige Geschichte. Bereits nach wenigen Seiten steckt man mitten in der Handlung und möchte das Buch nicht mehr weglegen. Ein wunderbarer Roman über Träume und Leidenschaft.