empfohlen von Ursula Moser
Barbara Demick: Die Kinogänger von Chongjin
Vor dem Kino in Chongjin begegnen sich zwei junge Menschen. Sie fühlen sich zueinander hingezogen, aber die entwürdigenden Lebensverhältnisse in Nordkorea lassen ihre Liebe nicht zu. Für das Volk hält das Regime nur harte Entbehrungen bereit und strikte Denkverbote. Der größte Wunsch: dem Schattenreich des "geliebten Führers" Kim Jong Il zu entfliehen.
Mit "Die Kinogänger von Chongjin" versucht die Autorin Barbara Demick, dem Leser einen Einblick in das von der Welt abgeschirmte Nordkorea zu bieten. Sieben Jahre lang hat die Journalistin Flüchtlinge befragt, um mehr über das Leben und den Alltag in diesem Land herauszufinden. Herausgekommen ist ein berührendes und sehr informatives Buch, das dem Leser anhand einiger ausgewählter Schicksale die Menschen in Nordkorea näher bringt. Ergänzt werden die persönlichen Schilderungen durch politische und wirtschaftliche Fakten, die die Geschichte Nordkoreas näher beleuchten.
Klaus C. Ewald und Gregor Klaus: Die ausgewechselte Landschaft
Dies ist ein wahrhaft gewichtiges Buch, auch vom Umfang her. Die Autoren zeigen in Wort und Bild auf, wie sich die Landschaft unseres Landes in den vergangenen zwei Jahrhunderten verändert hat.
Dabei nehmen sie eine durchaus extreme Haltung ein. Beispielsweise verurteilen sie die bauliche Entwicklung und Zersiedelung scharf, wobei man sich schon fragen muss, wo und wie die beinahe 8 Millionen BewohnerInnen der Schweiz leben sollen und ob die vielgerühmte Verdichtung des Wohnens der Weisheit letzter Schluss ist.
Sehr eindrücklich ist die Darstellung der „ausgeräumten" verödeten Landschaft unter dem Diktat der modernen Landwirtschaft.
Acht beigelegte Landkarten des Reusstales zeigen uns Säuliämtlern deutlich auf, wie sich diese Region dramatisch entwickelt hat.