empfohlen von Irene Scheurer

Philip Claude: Die Kostbarkeit des Lebens

Der Erzähler, ein fünfzigjähriger Filmemacher, erfährt nach einer Reise überraschend von der Krebserkrankung seines besten Freundes Eugène. Der lebenslustige Filmproduzent, der fünf Kinder aus verschiedenen Beziehungen hat, glaubt, die Krankheit besiegen zu können – doch sie kehrt zurück und kurze Zeit später stirbt er.

Der Abschied von Eugène, mit dem sich der Erzähler zutiefst verbunden fühlt, wird für ihn zum Anlass, über die wichtigen Fragen des Lebens nachzudenken.

Es ist ein Buch der leisen Töne und der grossen Gedanken. Leben und Tod, die beiden Pole des Daseins, tauchen in der tiefsinnigen Gedankenreise des Erzählers immer wieder auf und regen zum eigenen Nachdenken an. Ein Buch, das einen trotz des sehr ernsten Themas eine grosse Dankbarkeit spüren lässt.

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

Immer, wenn die alte Selma aus Westerwald von einem Okapi träumt, stirbt jemand im Dorf innerhalb des nächsten Tages. Unklar ist jedoch, wen es treffen wird. So versuchen alle, in dieser Frist endlich das auszusprechen und zu regeln, was sie ihr Leben lang bisher versäumt haben.

Die Geschichte wird aus der Perspektive der zu Beginn des Buches 10-jährigen Enkelin Louise erzählt und zeichnet ein Porträt eines kleinen, ländlichen Dorfes mit skurrilen Persönlichkeiten, die einem immer mehr ans Herz wachen. Alle fühlen sich untereinander – trotz Widrigkeiten und Eigenheiten – stark verbunden.

Als Erwachsene macht auch Louise die Erfahrung, dass die Liebe verschlungene Pfade geht und scheinbar die ungünstigsten Bedingungen wählt. Der Titel des Buches zeigt auf, dass vom eigenen Standpunkt aus nie alles sichtbar und in seiner Bedeutung offenbar werden kann.

Ein märchenhaftes, feinfühlig geschriebenes Buch.

 

Erwin Messmer: Nur schnell das Glück streicheln

Was ist Glück? Dieser Frage geht der in Bern lebende Autor und Organist Erwin Messmer in seinem neusten Lyrikband nach. Er spürt Glücksmomente im Alltäglichen auf und fasst sie in Worte. Es sind flüchtige Glanzpunkte des Lebens, die in vielerlei Gestalt auftreten können: als leuchtendes Herbstblatt, als Reh, als Sprung ins glitzernde Wasser des Flusses, als Musikstück und verborgene Sehnsucht.

Erwin Messmer tastet die Wörter nach verschiedenen Bedeutungen ab und mag es, sie in ungewohnte Zusammenhänge zu stellen, sodass plötzlich zwischen den Zeilen ungewohnte, neue Wirklichkeiten aufleuchten.

Eine Wirklichkeit, die immer wieder aufblitzt, ist die schmerzliche Erkenntnis, dass das Glück vergänglich ist.

Matthew Johnstone: Den Geist beruhigen. Eine illustrierte Einführung in die Meditation

Das schlanke, schön gestaltete Büchlein „Den Geist beruhigen“ von Matthew Johnstone lässt die Lesenden teilhaben an seinen Erfahrungen, wie es ihm gelungen ist, das Gedankenkarussell zu stoppen, den Geist zu beruhigen und am Ende mit positiven Gedanken zu füllen.

Mit wenigen Worten macht Matthew Johnstone das Vorgehen der Zentrierung und Achtsamkeit verständlich und zeigt Möglichkeiten auf, sie in den eigenen Alltag zu übertragen. Die witzigen und anschaulichen Illustrationen bringen die Aussagen auf den Punkt und laden zum Üben ein.